Monatsarchiv: August 2008

Unter des Kaiser Kleidern

Es ist Zeit zu gehen. Bloss: wann? Mann merke: was nach 3 ante meridiem mit Doppel-X auf der Helix in den Clubs rumwurstet, ist ein Restposten. Beim Gegengeschlecht kann guten Gewissens maximal eine Stunde zugegeben werden. Manchmal hat Mars mehr Stehvermögen. Und ist endogen unvernünftiger. Und pauschal verdächtiger.

Die Erfahrung Tausender arztromanerfahrener Leserinnen zeigt: till dawn pirschende Ü30, haben meist eine Hausfrau, u30 eine ‹Partnerin› zuhause halb-schlafend. Und ü35jährige ledige Männer sind per se verdächtig und meidenswert. Öfter als gern gesehene Gäste sind auch Strohwitwer. Regel ll (wenn Du nicht solo heim willst): Ready, aim, shoot – und ab damit. Drei ist Deadline, sonst sofort heim. Schönheitsschlaf ist nicht zu unterschätzen, Konservierung kommt vor Restaurierung. Folgeregel lll: Erste Frage prüft die Verfügbarkeit (keine Sau interessiert sich für Namen und man versteht eh nix da Bumbum), der Pokerblick derweil den linken (bei Deutschen und Amis rechten) Ringfinger. Uns sonst… Nun ja, nenn es simpel Erfahrungspunkte.

Eisprung? Prosecco mit Schweppes? Allzu überdosiert war ich, meiner Erinnerung trauend, nicht, aber immerhin genug, dass ich mich in dem kleinen Loch mit der tief hängenden Decke hab zurücklassen lassen – bis weit nach der ethischen Sperrstunde.

In meiner kohlensäureüberschäumenden Aufgeschlossenheit hab ich mich an einen mindestens fünf Jahre jüngeren und eher kleinen Mann rangetanzt oder umgekehrt, und wie’s eben so geht, küsst sich’s plötzlich und überraschen gut. Heisst, er hat mich irritierend an meinen allerallerersten Freund erinnert, mit dem konnte ich stundenlang knutschen. Da war ich nicht mal halb so alt wie heute.

Vom Blätzen wird man aber mit steigendem Alter abnehmend satt und so stand der junge Mann mit dem stolzen Namen eines römischen Imperators plötzlich (nun ja, das ist gelogen), in meinem Badezimmer und ich hocke auf dem Lavaborand, der, wie die ganze Wohnung, tiefgefroren scheint. Maximal-Minergie dank System-Totalausfall. Und dafür zahle ich 2136 Franken im Monat.

Shit, denke ich am Punkt XY des Ausziehprozesses, und, echt?, und dann, vergiss es. Aber anständig wie ich bin, mache ich tonlos gute Miene zum Minispiel, wer ist schon perfekt, obwohl, da keine mir bekannte Technik mehr helfen wird.

Die Girls am nächsten Abend: „Fuckauweia, das kenn ich. Wie heisst er?“

(Der innergeschlechtliche Austausch funktioniert bei uns so zuverlässig wie globale Giftwarnungen bei den Ratten.)

Ich mach’s (so) kurz (wie’s war). Bastelbastelundprobier bleibt, was an Herrschaftlichkeit kaum vorhanden auch noch von des Alkohols Gravitationskraft gepeinigt. Irgendwann hisse ich das weisse Laken. Der Kaiser taucht nebenan unter. Reduit-Plan.

Es ist heller Tag. Eine Fliege missbraucht meine Stirn als Fussmatte. Noch immer schläft der Junge selig auf meinem steinharten Fouton. Mutterinstinkte lassen Gerechtigkeit walten. Ich quäle mich auf die wackligen Beine, dusche mir die Stempel vom Handgelenk und zieh komplexe Kleidung über, um klar zu stellen: ich behalt die Hosen an.

Imperator dormit. Ich koche Kaffee und frühstücke. Imperator dormit. Ich klappere lautstark mit dem Wochengeschirr. Imperator dormit. Ich räume die ganzen drei Zimmer auf. Imperator dormit. Ich putze drei Fenster. Imperator dormit. Ich krame die Latexresten im Bad zusammen. Imperator dormit. Ich checke meine Facebook-Friends und telefoniere mit Selma. Imperator dormit. Domitilla cantat. Imperator dormit. Es gibt nichts mehr zu tun. Imperator dormit. Domitilla ululate. ululatImperator dormit.

Seufz. Tiptiptipptipptippptitppptipppptipoooo. Imperator ocules aperit.

Du, ich muss weg. Heisst: Du musst weg.

Wie spät ist es.

Drei. (Ich habs gesagt: drei ist Deadline.)

Was, schon?

Tja.

Hey…

Ähm Sorry, ich bin etwas im Stress. Hier, Dein Zeugs.

Merci.

Hey….

Ja.

Gibst Du mir noch deine Nummer?

Schreib mir Deine auf. Warte. Hier.

Der Kaiser schlüpft in seine Kleider und ist weg. Ich werfe den Zettel in den Züri-Sack, binde eine blaue Schlaufe, mache ein Kreuz in die Agenda und geh im Migros Sojasauce kaufen. Im Radio läuft Morcheeba. Rome wasn’t built in a day

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Ein Kommentar

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Glaubt mir nur.

Seit heute Abend warte ich mit einem Body-Count von 149 Facebook-Friends auf. Tja, Leute, die Fünf Freunde-Zeit ist tot.

Heisst auch: ich darf mich guten Gewissens als Episodenkolporteuse prostituieren. Anbei deshalb ein weiteres, echtes Vorkommnis aus dem skandal-intensiven Leben der Simone O. aus Zürich 3: Wenn’s spannend wird, dann sind wir dabei.

Simone also tummelt sich, ein paar Wochen ist’s her, ziemlich unschuldig, wenn auch nicht absichtslos, auf einem Party-Portal. Vordergründig als online-Fotoalben und nicht als Single-Wühltische angelegt, kann man hier vorzüglich mit seiner (grösstmöglichen) Entourage usgehen, lautspitzen, latetillen etc. Added Value für Narzissten, Exhibitionisten und alle anderen, die gecheckt haben, welches die echten Asset unserer Dekade sind (bevor 2012 die Welt untergeht). Blöder nur, dass die sehr willigen Singlemänner (meist sind sie nicht mal das), tendenziell jünger als beschränkt sind.

Simone richtet, auf der ehrbaren Suche nach der Momentaufnahme mit dem schnuckeligen, betrunkenen Typen an der Nuit Blanche, ein Profil ein. Kaum ist sie verfügbar, hagelt es Posts, Freundanfragen (eine Restanz des infantilen Willst du mit mir gehen?), Profilbewertungen etc. Erster Rang unter den Konversationsstarts: «Lust auf Spass?», variiert: «Bist Du für Spass zu haben?» Oder: «Hey hübsche Lady.»

Dümmlingjüngling Jens (deutscher Code-Name?) hat sich eine raffiniertere Market Approach Strategy ausgedacht. Differenciate – or die.

«Magst du eine erotische geschichte lesen?»

«Ähm, weiss nicht. kommt auf die qualität an.»

«Das siehst du wenn du sie gelesen hast! Wie heisst du?»

(Ähm.) «Enomis» (nicht sehr kreativ, zugegeben)

«Bist du französin? (schleck) :-P»

(iik. ) «Nee. ist griechisch.»

«Ah klaro. War letzten sommer auf mykonos. hammergeile parties.»

(Läck isch de bescheuert.)

Drei Sekunden später ein 40-zeiliges Mail. Der erste Satz: Also, liebe Enomis.

«Simples copy-pasting find ich ziemlich cheap.»

«Jetzt lies doch erst mal!»

Simone führt den roten Faden also ein. Kribbeln im Unterleib als bescheidenes Supplement an einem tristen Dienstagabend fällt infolge Kopfhautkratzen und Dialektsudokuraten aus. Wo findet man i züch dir vorsichtig s’blüsli us? Blüsli? Ich? Idiom = Idiot?

Unappetitlich wird’s auch noch: fühlsch, wia sich min schwanz starch mit bluet gfüllt hät (die Fleischer – und es gibt sie doch!). Wie gut er immerhin über Simone’s Intimfrisur informiert ist (sie hat sich gerade seit zwei Wochen die Beine nicht epiliert). D’ schamlippa bis zum kitzler ufa sind blank rasiert, nur vom kitzler ufwärts häsch es ganz fins hoorströssli stohloh. Müsst das nicht Hoorströössli heissen? Bin ich jetzt pingelig?

Jens ist im Grund ein anständiger Bub, Heiratswunschkandidat beinah, seinem Tunscheli treu, schliesslich ist es s’erschti mol sit johra für beidi, womer sex händ mitema andera partner. Nach Monaten der Abstinenz wagt er, anlässlich der gesetzesfreien Zone Streetparade, im Herzen des drogenverseuchten Zürich mal wieder so richtig einen draufzumachen. Santé!

Dann der Hardcore-Part, Weichnerver bitte überlesen: so richtig hart und ufs perversischti ramm (ein Panzergrenadier?) en dir immer und immer wider ina. Btte vorstellen: ina-usa-ina-usa, Burgen und Höhlen und manchen unterirdischen Gang, hat der Mann angestaute Aggressionen. Bald ist’s denn auch schon vorbei: … jo … joo … jooo, es wird geil … und immer geiler … (halt bitte einfach die Fresse!). Ganze 1388 Wörter dauert die Orgie. Nachdem Simone zur Krönung erfahren darf, wie sein Saft schmeggt, geht man – was sonst – zurück in den Technotaumel und tut grad so, als ob nüt gsi wär. Wir halten dicht und zusammen, was immer auch kommt.

Simone gänzlich durchgenudelt, unternimmt den einzigen situationsadäquaten Schritt und klickt mit zitternder Maus ‹Delete Account›.

Nächtelang (immer und immer wider) fieberfantasiert sie von Jens’ dursichtiga tröpfli. Die sind ganz wenig zähflüssig und schmeggend liecht süesslich. Womit auch das endlich geklärt wäre. Wir sind jedem Rätsel auf der Spur – wir lösen sie.

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Puste Kuchen

Neulich in der Badi, Melanome gegen gleichmässige Bräune aufwägend zwar ‹oben ohne›, aber proaktiv rechts hinten bei den Bäumen (unter den Schattenschwangeren und den schützenden Blicken der Gatten und Väter) hat Sarah vor versammelter Frauschaft den perfekten Blow Job vordemonstriert.
Wir haben definitiv dazugelernt seit Ende Teeniezeit. Wir, respektive ich, mussten aber dreissig werden, bis wir an das gut gehütete Geheimnis herangekommen sind.

Diesen Mai, bittere Erinnerung, hab ich nämlich nicht nur die obligatorische Estée-Lauder-Wrinkle-Lab-schiessmichtot-Tube eingewickelt gekriegt, sondern auch Lou Paget’s «Die perfekte Liebhaberin»
Zusatz: «Sextechniken, die ihn verrückt machen».

(An dieser Stelle hab ich mir gesagt, dass sex = f im Dienstleistungsunternehmensszeitalter eine durchaus funktionale genetische Prädisposition ist.)

Die Kapitelübersicht überrascht mit Alinea wie «Sicherheit ist wichtig (und sinnlich) [sic!]», oder «Gleitmittel oder kein Gleitmittel» Unterpunkt: «Das ist keine Frage».
(An dieser Stelle hab ich mich gefragt, an welches Geschlecht sich dieses Werk richtet.)

Die Inhaltsverzeichnisdramaturgie klimaxisiert bei biblisch sieben (unmittelbar vor «Bis zum Äussersten gehen») mit: «Bringen Sie ihn um den Verstand»
(An dieser Stelle hab ich mich gefragt, was man Hiob denn noch wegnehmen könnte.)

Unterpunkt «Das grösste Geschenk – oraler Sex».
(An dieser Stelle hab ich mich gefragt: Geschenk im Sinne von «Jetzt haben wir die Bescherung»?)

Bereits der Kapitelbeginn ist zitierwürdig: «Sie sind wahrscheinlich nicht die Einzige, die dieses Buch an dieser Stelle aufgeschlagen und die anderen Kapitel übersprungen hat.»
(An dieser Stelle hab ich mich ertappt gefühlt. Macht mich das zur Pfeife? Flöte? Tröte?)

Ich lerne (schnell), dass Männer Oralsex so lieben, weil sie dabei die Kontrolle aufgeben. (uuuh, scary), vor allem aber (aufgepasst!) weil sie «dabei nichts tun müssen» [sic!].
(An dieser Stelle hab ich mich gefragt, wieso mich das nicht überrascht.)

Paget, die gemäss Wikipedia nicht mal existiert, konstatiert des Weiteren, dass ihr der Begriff ‹ihm einen blasen› nicht munde, weil «dabei ja überhaupt nicht geblasen wird».
(An dieser Stelle hab ich im Geiste unzählige Aha!-Erlebnisse vertont.)

Aus Rücksicht auf die männliche Leserschaft (falls vorhanden) sowie aus Platzgründen, lasse ich die Abschnitte zum Thema «Würgen» und «schwer zu schlucken?» inklusive der entsprechenden Geheimtipps aus.
(Selma, du findest das Anti-Sperma-Kotz-Fizz-Asana auf Seite 159f.)

Wichtig sei jedenfalls, dass wir Frauen uns von unseren Händen helfen lassen.
(An dieser Stelle hab ich mir gesagt: Das haben wir in Selbstversuchen hinlänglich geübt.)

Das bringt ’s insbesondere bei der «Auf- und Abbewegung», wenn sich «die Hand, die direkt an Ihrem Mund anliegt, in einer halben Pirouettenbewegung vor und zurück [bewegt]».
Voilà! Très simples Blas- äh Äxgüsi: Kolbenballett!
Keinesfalls zu vernachlässigen sind die «Stiefkinder» des Penis (selbsterklärend), die ebenfalls bespielt sein wollen, sowie das sich enorm nach «Streicheleinheiten» sehnende Schamhaar. Die Handkante darf dabei wie ein «Gummischrubber» [sic!] zum Einsatz kommen.
(An dieser Stelle hab ich mich endlich so richtig hausfrauendaheimelig gefühlt).

Wenn Ihr ans Üben geht, Mädels, lasst euch die «Teebeuteltechnik» ans Herz legen. Ganz einfach: Der Mann macht den Vierfüsslerstand, auch bekannt als Vorbote von Adho Mukha Shavanasana. Sie «gleitet» [sic!], unter ihn, «lenkt» [sic!] seine Hoden in ihren Mund, während der (spätestens jetzt erhärtete) Penis auf ihrer «Stirn herumtanzt».
Tanze Samba mit mir, Samba-Samba die ganze Nacht!

Extrem wichtig: «Wenn Ihr Mund gross genug ist, nehmen Sie beide Hoden auf. Wenn Sie es nicht schaffen, keine Sorge – den meisten Frauen gelingt das nicht».
(An dieser Stelle wage ich kaum noch darüber nachzudenken, ob es nicht unterschiedliche Keimdrüsengrössen geben könnte. Zumindest theoretisch.)

Kapitel sieben überrascht mit weiteren Spezereien und Spezialitäten im Bereich weibliches Mund- und Handwerk. Man(n) kriegt fast echte Lust, einem einen zu blasen. Oder zumindest geblasen zu bekommen.

Hallelujah. The Fun Suck is born. Denn wenn der Blow Job bis anhin offensichtlich falsch besamt, äh benamst war, darf, respektive soll, was bisher Hard Work war, neuerdings wenigstens Spass machen

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Sex mit dem Ex

Meine Freundin Simone hatte am 24. Dezember Sex mit ihrem Ex.
Das ist ein ziemlich blöder Reim, abgelutscht und auch lyriktechnisch unideal, da es sich nicht – was assoziativ näher läge – um einen Stab- (wie beispielsweise in böse Buben blasen Bienen), sondern einen Endreim handelt. Consonance on the final consonants, das klingt zumindest ziemlich zierlich.

Simone also hatte einen Endreim, und zwar am Weihnachtsmorgen. Nun haben ja viele Frauen – so zum Beispiel Sonja – nicht gern Morgensex, Ex hin oder her; sei es wegen dem nicht gerade kussaffinen pelzigen Belag im Mund oder anderen Säften wie Schweiss, Smegma, etc; Schleimverwandtes startet ja gern mit S.

Aber von vorne: Simone war am einzigen Ort, an dem die Limmatstadt auch am Heiligabend was zu bieten hat, wo sich die Szene nach Abernten der Früchte des Stammbaums hinverschiebt, gut genährt und angetrunken.

Gleich zu Beginn hat sie ihn gespottet, den schweineschwänzchenlockigen Dunkelblonden, dem sein Codename ‹Herr Hintertür› ihm stadtweit vorauseilt. Harmlos sah er aus, was aber auch an der heiligen Unschuld des Datums liegen mochte. Herr Hintertür war uns als killing-her-softly Langzeitaffäre unserer gemeinsamen Freundin Sandra bekannt, die uns mit leb- resp. leibhaften Geschichten in den Grundfesten erschüttert hat.

Solidarisch taxierte Simone den von zwei unbekannten Frauen eskortierten Hintertür grimmig. Derselbige quittierte die Stechapfelblicke mit irritiertem Surfergrinsen. Sie behielt ihn im Augenwinkel.
Als sie um viertel vor vier ihre Jacke abholte, verströmte er direkt hinter ihr an der Garderobe seine Testosteronmoleküle.

Hübsche Hosenträger.

(Die hatte sie von mir ausgeliehen, hatte sie nun davon). Hintertür mit klassischem Bariton. Plötzlich konnte sie sich seine Überredungskünste plastisch vorstellen. Dass er sie wegen eines Accessoires anquatschte, war schliesslich schiere Stringenz.

Ich glaub so schwarze mit weissen Nähten hat man zu Nazizeiten getragen. Sieht aber gut aus.

Arme Simone. Eh schon schmal und ob so viel Gewaltphantasie förmlich platt gemacht. Sie schnappte sich ihren halbgetrocknetessozialistenblutroten Mantel, schwang ihre Röhrlijeans über die Radstange und fuhr wortlos verärgert auf und davon.
Nach fünf Minuten, beinahe sicher zuhause, tauchte Herr Hintertür plötzlich auf gleicher Höhe neben ihr auf, bis zur Nase in einen dicken Schal eingewickelt und mit frisch durchlüfteten Kringeln. Er entschuldigte sich für den Nobelpreisspruch.

Du bist Jürg, nicht wahr?

Nee. Timon. Aber du bist nicht die erste Verwechslerin, muss sich um ein famoses Exemplar handeln.
Ach du Schande.

Simone wird umgehend unglaublich umgänglich. Wer wacht weihnachtsmorgens gern alleine auf?
Timon ist eindeutig in Flirtlaune, die verbale Entgleisung ist bereits entfallen. Seite an Seite stehen ihre Räder zwischen den Tramschienen, unweit liegt ein marrokanischer Taxifahrer unter seinem Wagen, es muss sein erster Radwechsel sein, eine kaputte kobaltblaue Christbaumkugel hat sich in die Szenerie mitverirrt und irgendwie ist das alles plötzlich schrecklich romantisch.
Nicht-Hintertür-Jürg hat Simone mittlerweile zum Kaffee eingeladen oder möchte mit ihr Joggen gehen (Men’s Health-Strategie?) Okay, ob heute oder morgen spielt schliesslich keine Rolle. Winterkälte dringt knochentief.

Simone wohnt an der Josefstrasse. Und Timon in einem der Fierzhäuschen.
How come?
Das gehört den Eltern.
Familienbesitz?
Nein, die Eltern der Freundin.
Ach. Bescherung war doch schon, vor ein paar Stunden erst? Seine Nummer hat sie falsch abgespeichert. Absichtlich.

Und so kam es, das Simone Marc anrief, um fünf Uhr morgens.
Bist du noch wach?
Und Marc hatte alleine im Bett gelegen, wie Simone wusste, weil Laura Heiligabend immer bei ihren Eltern in Steckborn übernachtet.

Der Sex war so, wie das mit dem Ex halt immer ist. Und am Ende macht man sich auf alles einen Reim. Auch wenn’s irgendwie keinen Sinn macht.

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