Der spaltende Schöpfer

Blog 78, 26. April 2010

In meinem phasenweise fantastischen aktuellen Stück Buch hat der in die finalen Jahre gekommene Protagonist Ken Toomey grad eine Homofassung der Genesis geliefert. Und die geht so: Zwecks Heilung seines akuten Bored-out-Syndroms wünscht sich Freund Adam ein ähnliches Gegenüber. Der Schöpfervater stillt das Verlangen wunschgemäss und der erste Mensch vergnügte sich so lange freudig mit seines Gleichem, bis die Schlange den beiden den Apfel (eingentlich ein Pfirsich, Frühfehlübersetzungspatzer), aufschwatzt.
Der ernüchterte oberste Boss lässt Adams Augäpfelchen darauf, wo vorher straffes pectorales Adonium gewesen, Hügeli wachsen, schrumpft ihm dafür die Nüsslein, versenkt Aarons Stäbchen zwischen den Lenden und spaltet das Gspänli – sehr zu dessen anfänglichem Entsetzen – unten ein wenig auf. Der Rest ist wie gehabt. Adam adaptiert und findet auch das Schlitzli der transsexuellen Eva ganz nett.

* * * * *

Wer ist nicht permanent auf der Suche? Nach mehr Geld, mehr Macht, mehr gutem Sex, mehr Ruhm, den Ohrringen aus geschwärztem Titan, dem bestgemixten Cape Cod, der schärfsten Autofelge, den zinnoberroten Peep Toes von Miley Cyrus?
Und manchmal auch ganz konkret dem Schlüsselbund, der Zweihunderternote, den Freunden im Club, den Gummis in der Tasche, dem nächste Bier oder der eigenen Adresse im Fonds vom Taxi?

Gestern hab ich erfolglos eine CD gesucht, die nicht hätte in die bräunlichen Pfötchen der Putzfrau oder irgendwem fallen dürfen. Dafür ist ein alter SF-Dokfilm aufgetaucht.

‹Klitoris – die schöne Unbekannte.› Totale Titekloppnis.

Schön? – wer pflegt schone ein Faible für das Atomare?
Unbekannt? – aber Bittschön doch.

Reingeschoben mit dem Scheibchen.
Sie spielen grad Synonyma.

«Perle.»
Gähn.

«Orchidee.»
Dem ist wohl entgangen, dass die liebe Pflanzenfamilie der Orchidaceae ihren Namen den zwei hodenförmigen [!] Wurzelknollen der ihr zugehörigen Gattung der ‹Knabenkräuter› verdankt.

«Eisberg.»
Und es wird immer besser. Zum Glück geht’s nicht um Schwänze.

«Wie ein Vanillecornet», schwätzt Igor Zilincan an diesem sonnigen Nachmittag in der Lettenbadi in sein Ansteckmik und meine Klitoris schämt sich mit Grund in fremden Boden, «mit dem Unterschied, dass, wenn man dran leckt, das Vanillecornet immer kleiner wird – und die Klitoris immer grösser.»

So hab ich mir das noch gar nie überlegt.

Mit dem Bekenntnis, er fände, ‹sie› schmecke gut, wird er, aber nur grad bis zum Votum, ‹sie› sei «‹lässig› zum mit der Zunge bearbeiten [sic!]zum Chip Leader.

Dann der obligate Lernblock. Dass die Klitoris nicht, wie Freund Freud proklamiert, ein verkümmerter Penis ist, sondern exakt umgekehrt, wissen wir seit 1998. Ganze acht Zentimeter misst, Ätsch, unser Dings, das eine Fette im rosa Shirt als «meine beste Freundin» bezeichnet. Und wir glauben’s ihr sogar. Autsch.

Bis 1875 ging man von einer Fortpflanzungsrelevanz der Klitoris aus. Solange durfte drum friedlichst vor sich her gevögelt werden, bis ein Schlaumeier aufzeigte, dass dem Vanillecornet null schwangerschaftsstimulierende Funktion innewohnt, sondern es ganz alleine unserem täglichen Vergnügen dient.

Trächtig werden wir nämlich dank der Hüpfaktivität der Eierstöcke, auch so gut aussehende Unbekannte, was wohl Igor mit denen anzufangen wüsste, ob der neunkuglige Coupes tête-à-tête mag?

Warum um die 70% der Frauen an Orgasmusproblemen leidet, ist mir noch immer schleierig. Physiologisch ist die grosse Masse nämlich absolut kommtauglich. In der klitoralen Forschung redet man drum nicht mehr von der anorgasmischen, sondern der präorgasmischen Frau, der nur jemand den kleinen Tritt in den – respektive eben nicht – versetzen müsst‘ und dann wär Himmelhochjauchzen.

Hilfestellung geben die Sextherapeuten. In der ‹angeleitete Masturbation› (das werde ich mir demnächst mal anschauen gehen), sind die Erfolgserlebnisse entsprechend atemberaubend.

Und wenn sie’s dann mal raus haben, sind wir Frauen auch unglaublich schnell. Und nerven sich über ewiges Weiterstochern (resp. ‹-bearbeiten›, Igor), [cf. auch https://danitonet.wordpress.com/2008/12/11/endlich-mehr-leistung/].

Drum ab und an auch gern ein Date mit der besten Freundin. Der man dabei ja nicht unbedingt ins Antlitz schauen muss.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Life, Sex, Relaltionships & Stuff

3 Antworten zu “Der spaltende Schöpfer

  1. christoph

    Eisberg?

    Den Rest hab ich irgendwie einordnen können.
    Aber Eisberg? Den Salat?

  2. akade

    …1 siebtel ragt raus, der rest nicht.

    wie läufts in der ermitage, madame?

  3. christoph

    ja..war in der zwischenzeit mal im migros – unglaublich, dass mir nicht schon früher aufgefallen ist. da gigelt man als junger mann vor dem milchregal (‚latte‘) und verpasst den salat.

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