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Kodak Instamatic.

Blog 18

 

Ich hab hat eine niedliche Foto-Sammlung auf meinem Handy. Neben einigen selbstgeschnappschossten Sujets (vornehmlich spannende Muster von Bodenkaugummis oder illegal entsorgte Hundekacksäckli) findet sich da der eine oder andere Roland.

Zum Beispiel Roland, strahlend, zwischen dem verschmierten Daumen und Zeigefinger eine Zuckerwatte (für seinen Göttisohn) geklemmt. Roland, strahlend, im Hintergrund das Yawl-Rigg (seines Onkels). Roland, strahlend, vor unberührten Sanddünen (inklusive Oakley-Sportbrille). Grossartig. Roland, strahlend, neben einem Grande-two-pound-cinnamon-latte-(to-go) mit Namensetikette. Roland, dem (irgendwo auf der Welt) grad die untergehende Sonne aus dem Arsch scheint.

 

Allesamt Zeugnisse davon, wie sehr Roman, das Kameraauge auf sich selbst richtend, an mich gedacht hat. In fast allen Lebenslagen. Quasi.

 

Als ich dann, nach Ablauf der 24-Monate-Frist, mein Natel-Abo verlängert und ein noch hightechigeres Gerät hinterher geworfen gekriegt hab, hab ich entdeckt, dass Roland, strahlend, die identischen Bildli auch an – je nach dem zwei oder auch vier – andere, mir (wenigstens) fremde Nummern versandt hat.

Das war’s dann mit mir und Roland.

Aber nicht mit dem Photophänomen. Neuerdings krieg ich Bildli von Thomi, Mike und Serge. Auch die sind viel unterwegs. Und denken immer an mich. Ein richtiges virtuelles Poesiealbum.

Ich frag mich aber: Was soll das? Und, vor allem: was soll ich damit? Ausdrucken und eine Kühlschrankgalerie eröffnen? Ein Memory basteln? Gut und recht, wenn das Ego im Zentrum steht und im – mehr oder weniger – goldenen Schnitt festgehalten wird. Für die Ewigkeit. Aber muss man dabei Dritte als externe Natelharddisks missbrauchen?

 

Offensichtlich sind wir, wenn auch mittlerweile alle um die drei Jahrzehnte alt, keinen Schritt weiter als damals, ende Primarschule, wo man mittwochs und samstags den Schwarzweiss-Fotoapparat beim Central mit Fränklern stopft und galt: Wer in Fötelisammlungen drin ist, ist dabei. Wer in möglichst vielen Fötelisammlungen drin ist, ist der Coole von der Schule.

Exakt wie bei Facebook: je mehr drin, je dabei, desto Lebensqualität. Der ewige Kampf gegen Vergänglichkeit und Vergessenheit.

 

Meine MMS-Kronjuwele ist ein Fotoquartett. Fast schon ein Daumenkino. Nacktföteli. Uuu! Nicht von mir, natürlich. Pascal le Beau. Vom Kopf bis zum erigierten Zeh.

Ich zeig die nicht gross rum. Nicht aus Respekt gegenüber seiner privaten Intimsphäre, die er in dem Moment verwirkt hat, in dem er send gedrückt hat.

Aber wir Frauen sind ja nicht speziell schlüsselreizaffin. Und Männer interessieren sich nicht für die Schwänze anderer. Und dann ist Pascal auch noch (mit einer anderen) verlobt. Und war es bereits, als er sendgedrückt hat. Und wir haben uns im Guten getrennt. Gut für ihn.

 

Markus hat in der fünften Klasse ein Polaroid-Föteli von seinem Dings rumgezeigt. Aber natürlich nicht allen. Nur den Auserwählten. Das war ziemlich eklig.

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Was sie wollen.

Blog 16

Da gibt’s einen in Zürich, der behauptet, er wisse es. Und damit Geld verdient.

A.F. – The Man. Anachronistische nadelgestreiften Accessoires verleihen dem stocklos behüteten Kavelier der Schule von gestern eine schnöselhafte Couleur. Wässrigeblaue Augen mögen von intensivem Alkoholzuspruch zeugen. Alles in allem: definitiv nicht mein Typ. Keiner, nach dem frau sich den Hals verkehren würde, nicht im überschaubaren Club, auf der vollen Strasse schon gar nicht. Dennoch hat er’s in die NZZ am Sonntag gebracht.

Er weiss.

Was Frauen wollen.

Behauptet er.

Und – er kriegt sie auch.

Sagt er.

Und Du kannst das auch.

Glaubt er.

Für läppische 3230 weiht er Dich rätzfätz zum Don Giovanotti.

Schreibt er.

Gigoloterie ist lernbar – welch Offenbarung!

Ich weiss auch, was Frauen wollen. Ganz einfach. Häufig. Manchmal, wenigstens. Und irgendwie wohl doch nicht, letztlich. Die Kriegsjahre, die die Schweizermänner glücklicherweise nicht derart dezimiert haben, sind vorbei und die goldenen Nachkriegsjährchen ebenfalls. Essig mit der Zeit, in der wir Frauen hinter den Herdplatten für das gattliche Wohlergehen sorgten, Kegel schniegelten und striegelten und ohne eigenes Vermögen auf dem Konto brav und angepasst in Heiraten vor uns hinvegetierten bis in die späten Siebziger. Die Emanzipation ging Hand in Hand einher mit dem Siegeszug der elektrischen Waschmaschine. Welch ein Zeitgewinn!

Und, effizienzorientiert wie Frauen von Natur aus sind, haben sie die ersparte Zeit in ihre persönliche Weiterentwicklung investiert. Das Schulsystem war (absurderweise) immer schon auf weibliche Qualitäten (ruhig sein, zuhören) ausgerichtet. Der Siegeszug des weiblichen Geschlechts nahm seinen Lauft. Frauen drücken heute im Schnitt länger die Schulbank. Das heisst: bis die besser ausgebildeten Weibchen mehr Führungspositionen innehaben, ist nur noch eine Frage der Zeit. Das macht Angst. Zum Beispiel der Volkspartei, die findet, vier Frauen im Bundesrat seien (mindestens) ein Schlumpfinchen zuviel und deshalb zwei Bauern aufs Schachbrett stellen. Aber fertig abgedriftet.

Noch gar nicht lang ist’s her, das war alles ganz einfach. Da hatte ein Mann zu sein wie Richard Gere in Pretty Woman oder in einer anderen seiner bärenäugigen Parts, die einem heutertage nach wenigen Minuten kotzen lassen. Aktuelle Role Models sind dünn gesägt. David Beckham – vor der Zenithübertretung – hat Profil wohl nicht schlecht erfüllt. Linkerhand der fürsorgliche, rührige Familienpapa und daneben das wilde Tier auf dem Rasen. Und im Bett natürlich, die Potenz ist ja augenscheinlich. Frauen wollen beides. Alles. Das ganze Spektrum. Von Anständig über charmant und distinguiert esoterisch formvollendet gebildet undsoweiter bis sensibel und zärtlich. Und dazu animalisch, biestig, cholerisch, draufgängerisch, egomanisch, bis machohaft, testosteronend, transpirierend, unabhängig und wild. Solche Männer sagen, „Schnauze, Baby und komm her“ und, drei-vier Stunden später, „Liebste, das verstehe ich vollumfänglich, du hast Recht, so zu reagieren, komm, ich koch uns einen ayurvedischen Blütentee.

Beides. Alles. Und zwar auf Knopfdruck. Sonst verzichten wir dankend. Sorgen können wir nämlich für uns selbst.

Das macht den Mann zum Luxusartikel, ein Supplement. Und stellt ihn vor Probleme. Dafür lernt er, zu reden. Mit seinem Therapeuten.

Was Mr. Augenwasser in seinem Boot Camp «AFQ» (Alpha Male Qualities) vermittelt, hat er der NZZ nicht verraten. Schliesslich lebt er davon. Seine 3-Phase-Strategie lässt aber erahnen, dass er seine Hausaufgaben gemacht hat: in der ersten Phase hat man Mr. Social zu inkarnieren, dann Mr. Comfort und zum Schluss Mr. Seducer. Der Plan hat nur ein Ziel: Sex. Die Versprechungen sind hoch: in maximal sieben Stunden ist man am Ziel (ohne Angaben, auf wie viele Jahre sich diese verteilen und, falls am Stück, ob man dann noch Kraft für dafür in petto hat).

Ich trau der Sache nicht. Denn ich weiss, der einzig wahre Rat wäre: Vergiss es. Unter dem Strich wirst du niemals genügen.

Möglicherweise könnte aber ein kleiner Spezialkurs die Chancen der Mitglieder unserer wachsenden deutschen Exilcommunity erhöhen. Die kommen bei den Schweizerfrauen offenbar ganz schlecht an und weg.

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Nimmsiplies sucht den Super-Al-Fackatah.

Blog 13

Das Resultat des – meiner Ansicht nach kaumwiderstehlichen – Aufrufs, (die) Cochones zu zeigen, war, nun ja, wenn auch weniger zahlreich als erwartet, doch irgendwie noch unterhaltsam. Wahrer Mann ist rare Ware, scheint’s. Aber am Ende des Tages tut’s zum Glück ein einziges passables Exemplar.

Die versprochene (Zwischen-)Bilanz:

Prima vista dismissed mit BC(Body Count): 5 sind alle, die nicht kapiert haben, dass Sug Arbabe ≠ Dani Tonet, ich fungiere ausschliesslich als agens cuplens.

Wenig anzufangen war auch mit Frank(mit-k)s Erguss:

«Schweissbäche werden wie Tsunamis über deinen Körper rollen…»

Wessen Schweiss, bitte? Leidet der Mensch an einem Drüsenproblem?

Er scheint es selbst gemerkt zu haben. Selbstkorrektur des aka Franc(mit-c):

«Hier bin ich… [wieder] habe spanische Wurzeln und das entsprechende Temperament in allen Lebenslagen…[Lebenslagen? Temperamentvolle Knoblauchtapas?] liebe die Lust auszuleben [bis sie aus ist], hemmungslos, leidenschaftlich und ausdauernd… Möchte dich ja nicht in Stich lassen [da fällt das Stich-Wort!] und auch die CH-Männer nicht schlecht aussehen lassen… [Hä?] also, melde Dich für Weiteres… bin offen für Neues… ;o))»

Was mich anbelangt: klingt absolut überzeugend.

Der Unbekannte alias ‹arab-kam!› rät allerdings dringend ab:

«Hallo!!!, ‹…und ich hab das Temperament eines Vollblut-Arabers und die Lässigkeit eines kamerunschen Taxifahrers…› tut mir echt leid, Franc[mit-c] (und natürlich auch alle Spanischen Männer), echt, du bist zu geil für diese Welt…..würg, jetzt hab ich mich verschluckt. [Nicht an Frank(mit-k)s Schweissbächen, so hoff ich doch!]»

Spielt ruhig Gladiatorerlis auf meiner Site. Das tut gut, in einer überintellektualisierten Welt, in der nicht mal Profis mehr anständig Fussball spielen können.

Bilanz Facebook-Gruppe. BC: 7. Ernüchternd wenig Kreativität ist hier an den Tag gelegt worden. Etwas mehr Efford für Frau Nimmsiplies, Effendis!

Gestrichen sind auch die Zujungen (BC: 3), obgleich mangelnde Übung egalisierende Effekte zeitigen könnte. Aber: ich erinnere an https://danitonet.wordpress.com/2008/09/25/inho-und-der-kleine-mann/.

Andere Versatzstücke (BC: 2) fallen durch die Maschen, weil sie die goldene 40 bereits überschritten haben. Der «bekennende Cunnilinguist» hat zudem nicht kapiert, dass es ums Vögeln geht, nicht um’s – eben.

Raul (noch so ein Spanioggel?) klagt nicht über Begriffsstutzigkeit und scheint ein Mann von Tat. Oder zumindest Klartext. Und hat in der Schule Brecht gelesen:

«da fällt mir noch ein:

komm, sei mein Passagier

ficke, ficke, fick‘ mit mir.»

Danke, Raoul, sehr hübsch.

Mein persönlicher Favorit ist – Sandra:

«Ich hab auch so die eine oder andere Freundin, die langsam ‹verspinnwebt› [sic!] und hab mir ebenfalls schon Gedanken macht, wie man die wieder an den Mann bringt.»

Gelesen, Jungs? Da gibt es offenbar dutzende, wenn nicht hunderte Miss Nimmsipliesen auf den Strassen aufzugabeln, also Kopf aus dem Sand und die Fahne in den Wind.

Infrage kommt – wenn auch unter Vorbehalten – ein goldbehaartes Christenkind namens André.

«Hallo Kameltreiber, Beduinenjazzer und Windhosenjäger

What the f’oup’s is that wiederemol [Ein Ostschweizer. Oha lätz.] klingt sehr verlockend muss ja ne Hammerbraut sein… und die findet keiner, weil sie in der Wüste schwebt… kaum zu glauben, dass die hier versteigert werden soll… smile

However whatever ich geh zum Coiffeur und lass mir braune Chruseln aufkleben, damit meine Freunde ihren Kopf nicht hinhalten müssen…»

Aktueller Killer-Kandidat ist aber ‹Sultan Al Thom›. Keiner hat das Eloquenzgebot exemplarischer umgesetzt als er. Urteilt selbst:

«Salam!

(Er steigt von seinem Hengst herab; dieser schnaubt ein wenig.)

Man sagt, hier werde ein Maid aus purem Zucker geboten, die seit vierzig (in arabischen Zahlen: 40) Monden nicht mehr ihre Hände in stramme Pobacken gekrallt habe?

(Er hebt eine Augenbraue und guckt rhetorisch, falls man das überhaupt kann. Der Hengst tut es ihm überraschenderweise gleich.)

Gut. Ich bin Ihr Mann. Ich bin Spezialist für solche Fälle – ich bin sicher, der Ruf meiner Liebhaberqualitäten ist längst zu Ihnen gelangt?

(Wieder die Augenbraue, diesmal gähnt aber das Pferd.)

Perfekte Manieren. Aufmerksamkeit. Einfühlungsvermögen. Einfallsreichtum. Eloquenz. Grosszügigkeit. Gelassenheit. Endloses Körperfeuer.

(Zu den letzten Worten wiehert das Pferd und bäumt sich auf. Es ist nicht ganz klar, ob es dafür abgerichtet wurde.)

Ich habe hier ein Bild von mir. Lassen Sie es der geheimnisvollen Göttin zukommen. Und sagen sie ihr, dass Skaterboyphantasien etwas für Mädchen sind. Frauen haben keine Vorstellungen, sondern Ansprüche. [Wo er das wohl her hat?]

(Er besteigt den Hengst.)

(Er sprengt davon.)»

Mir wär’s zuviel Gepferdeflüster.

Zuviel Blabla überhaupt. Dem Pferd wäre vielleicht sogar der Vorzug zu geben.

Aber Sug Arbabe hat den Schleier spaltweit geöffnet.

«Liebe Dani

Dein Bote ist angekommen und hat mir die Nachricht des unbekannten Sultans überbracht. Ich bin verwirrt – wie kannst Du mich nach 40 Monden Einsamkeit direkt mit einem strammpobackigen Machthaber mit gelocktem (blonden) Haar konfrontieren? Dessen männlicher, testosterongetränkter Schweiss (mit leichter Kamelnote) selbst durchs anonyme Netz bis zu mir in die Einsamkeit der Wüste dringt und das ((villicht nümä?) umesuscht konservierte) Gänsehäutchen bereits auferstehen lässt?

Wie kannst Du meine in der Einsamkeit gleichsam revirginisierte Seele mit einem Liebesprofi konfrontieren?

Doch die Nächte werden kälter in der Wüste, der Wind herber und die Oasen stellen sich immer öfter als Fata Morganas heraus. Statt in die (nackten) Pobacken greife ich in nackten Fels, statt den Strom sprudelnden Rotweins trinke ich staubigen Sand.

Deshalb, liebe Dani: sollte man dem schönen Sultan mit Samtzunge allenfalls Einlass gewähren ins Jungfrauenzelt?

In Erwartung Deines weisen Rates,

Sug Arbabe al Fackatah ben Nimmsiplies»

Den weiteren launigen Verkehrsverlauf leg ich hier aus Platzgründen nicht offen.

Eine erste ‹Kamelwäägete› ist mittlerweil vereinbart worden und findet dieser Tage statt.

Und wenn sie danach doch nicht in die prallen Backen beissen will, steht Stella schon in der Schlange:

«Wenn Sugarbabe ihn nicht will: ich nehm’ ihn!!!!»

Auch gut.

Bloss: Was mach ich dann mit Frau Nimmsiplies? Auf die gute alte Einer-geht-noch-rein-Vodka-Apfelsaft-Tournee. Bis die letzten Selektionskriterien fallen. Wie man das halt so macht in Zürich.

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Inho und der kleine Mann

Shannon hat mir erzählt, dass ihr Sohn Moritz, mein Patenkind, mit Dauermasturbieren angefangen habe. An sich bei Männern nichts Aussergewöhnliches. Nur ist petit Maurice gerade mal drei Jahre alt.
Ohne dieses relevante Vorwissen hab ich Shannon eines schönen Singlesamstagnachmittags einen Besuch abgestattet. Mitten im friedlichen Zopfteigtierchenbasteln ist der Kleine plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Nichts ahnend mach ich mich auf die Suche und finde ihn im Bettchen liegend, die Hand zwischen den Beinen, angestrengt hin- und her rutschend, die grossen Locken im Nacken schweissgekräuselt. Wortlos grossäugig steh ich vor Shannon, den Daumen gen Kinderzimmer, die neue Löwenhöhle, gerichtet. „Alles im grünen Bereich“, beruhigt sie mich, der niedliche Kinderarzt habe zugesichert, dass das zur aktuellen Entwicklungsphase gehöre. Lustig findet sie’s ja auch nicht, aber solang er nicht ihre – und, Bittschön!, meine – Hosenbeine missbraucht, lässt sie ihn gewähren. Etwa zwanzig Minuten später, mein Gott ist der ausdauernd, steht der transpirierende Moritz in der Küche und gräbt die schuldhaften Fingerchen in einen Teighaufen.
Ich setz meinen Scheinigenheil auf.
„Wo warst Du denn?“
„Im Zimmer.“
„Und was hast Du im Zimmer gemacht, hmm?“
Mal schauen wann sie lernen, zu lügen.
„Schnäbi reiben.“
So so.
„Und das ist gut?“
Das war eine blöde Idee von mir, denn jetzt ist er in den Demonstrationsmodus gefallen. Auf dem Sofa. Shannon, leicht entnervt, schickt ihn weg. Stracks verschwindet er im Schlafzimmer. Wenn Shannon hundertfache Tode sterben sollte, will ich dieses Kind nicht in meinem Haushalt haben.

Am Abend betrinke ich mich ganz furchtbar. Frühmorgens werde ich angechattet. Ein Bürschchen, gerade den Teeniejahren entwachsen und, gleich mir, um halb vier Uhr nachtaktiv und hormonell, wenn auch nicht, ungleich mir, promillemässig, gut dotiert, aktiv.
Schnuckliges Geschöpf, dunkelblond und hellblauäugig, der Körper, sagt sein Strandfoto, an der Schwelle zum Mannwerden, was unmittelbar Retro-Gefühle bei mir auslöst; zu seinen Gunsten. Hardcore frech, das Gemüse. Ein ‚Tschütteler’. Dass er noch Reifezeit braucht, scheint ihm bewusst, sein Alias endet auf -inho.
Let’s get down to business.
„und bist du denn wild und laut beim sex baby hmm??? ich mags wenn eine geil reitet uhhhh.“
Au Mannkind, wenn schon ohne Contenance, dann bittschön zumindest mit Elegance.
„haha will doch nur bissel reden weil bin so spitz süsse und massiere mich grad ;-)…“

So geht das noch ein wenig weiterinho, es gelingt ihm gar, mich ins Skype-Hype-Happyland zu locken, wo er seine Webcam aktiviert.
Ich: „Geht nicht. Kaputtbenutzt.“
Dabei will ich nur mein von Chesterfield und Champagner gezeichnetes Gesicht nicht präsentieren, Alter macht eben doch eitel. Er schluckt. Auch das.

Als ich von der Toilette zurückkomme, das im Glas sprudelnde Alka Seltzer balancierend, liegt Adonis in günstigen Boxershorts in blauer Bettwäsche. 320 x 240 Pixel gross.
„Bettzeit, Inho?“
Das Kind ist offensichtlich auch grad in einer Entwicklungsphase. Alles im grünen Bereich, man muss sie gewähren lassen. Sonst drohen Traumata und sie enden als verwahrte Triebtäter. Seufz.
„Hey turnt dich das an?“
Wahnsinn, Billy, ich mach mir gleich in die Hose.
A propos. Moritz blieb (noch) brav im Cordhöschen stecken. Inho aber lässt grad die Hüllen fallen… und sieht plötzlich gar nicht mehr so blut- ähm jung aus, damn, klein Moritz mit den vier Zentimetern ist vergessen und ein gutes Stück nüchterner rücke ich näher an den Bildschirm.
So spannend ist’s denn leider auch nicht. Zu oft gesehen, was hier reibt und früher rutschte. Inho wird flüsterleise, die Eltern im Nebenzimmer in der Nachtruhe.
„Zeig mal dein Gesicht, dein Schwanz interessiert mich eigentlich nicht.“
Er rückt vor seine Webcam und beschämt mich mit seinen zwanzig Jahren und seinem verlegenen Blick, aus ist’s mit der Koketterie, die Linse eben doch das Tor zur Seele.
OK, ich erlöse dich.
Schon ist er wieder hochgerutscht und weiter geht’s, meine verbale Unterstützung ist gefragt, ich lalle etwas vor mich hin und dann ist auch schon Showdown.

Telefon mit Shannon. Du bei Moritz, sag mal, da kommt nichts, ähm, raus, oder?
Ich will ja weder heiraten noch Kinder werfen, aber allenfalls müssen meine frisch verliebten und Solo-Freundinnen vor ungeahnten Gefahren bewahrt werden.
Aber es sei ‚nur’ der Schwellkörper, der so verdammt früh aktiviert werde, igittigitt, das reicht mir schon.
Inho der Nimmersatt?
„hatte es dir gefallen gestern ;)?? warst ja noch lange online 5 uhr hmm.“

Plötzlich schiebt sich Moritz’ heller Schopf über Inhos Gesicht, mir wird ein wenig schwindlig und ich falle vorwärts in die Vergangenheit.

Sing und schwing das Bein,
lass die Sorgen Sorgen sein,
schaltet wieder ein,
zum nächsten Fraggle-Spass.

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