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Die Königsdisziplin.

Blog 84, 27. August 2010

Dass sich eine Single-Frau ein (nur bedingt familientaugliches) Haus kauft, ist eine post-feministische Erscheinung und/oder ausguthausbedingte Steuertechnik. Die Liegenschaft meiner Freundin Svet befindet sich ausgerechnet an einem Ort, an dem gemeinhin furzende kurzfellige, kastenförmige Beschäftigungsprogrammteilnehmer ausgesetzt werden. Der Ausblick ab Terrasse lässt dies sogar mich zwischenzeitlich vergessen. Und für die wenigen Male kann ich durchaus vorjährige Paare dem Pampaklater zuführen, das schafft zumindest Platz im Schuhzimmer.

An der frischen Luft mit einer Flasche Château de la Crée gibt’s Körper-Geist-Seelen-Trinity-Update.

«Zieht sich das perfekte Vögelnest rein, aber ohne Bussard? Kommschon! Wartest Du auf den Storch?»
«Weiss nicht. Es hat sich halt nichts ergeben.»
«Hat sich halt nichts ergeben! Quatsch hat sich halt nichts ergeben. Auf die Jagd, Mädchen, Pfeile in den Köcher und ab ins Wild!»

Adultfriendfinder mag sie dann aber doch nicht konsultieren, prüdes Ding.

«Und was machst Du hier abends, allein, Tee und ‹Friends› reinpfeifen? Oder Opernarien mitjaulen?»
Ertappt. Weidmannsunheil.

«Du verdorrst noch. Man verlernt’s zwar nie, aber der Fun-Faktor potenziert sich bekannterweise mit der Frequenz.»
«Ich üb ja schon.»
«Was üb ja schon. Allein?»
«Nun, ja. »

Svet gesteht, dass sie zurzeit an ihrer Lautstärke ‹arbeitet›.
«Immerhin – un projet.
Sollte hier ja kein Problem sein, wo Dich keine Schweine hören können ausser dem Bauer da unten.»
«Ich weiss. Probier ich ja.»
«Aber?»
«Geht irgendwie nicht.»
«Na dann lass doch mal hören.»
«Bist Du verrück?»

Dass wir vor dem Weissen ein paar Martinis gerührt haben, erweist sich als hilfreich. Ohne nennenswerten Widerstand lässt sie sich von mir abführen.

In ihrem Schlafzimmer (an dessem Dekor man die Männerlosigkeit ablesen kann, aber daran werden wir ein andermal arbeiten) deponiere ich sie an der Bettkante, wo sie wie ein verwaistes Blaukehlchen hocken bleibt.

«Lieber Küche? Bad? Wohnzimmerparkett?»
«Du bist verrückt.»
«Natürlich. Crazy fuckin‘ personal Dr. Sommer.»

«Und jetzt?.»
«Was wohl. Ausziehen – wenigstens untenrum!»
«Bist Du verrückt?»
«Dann bleibst Du halt angezogen. Ich geh jetzt vor die Tür. Und dann will ich was zu hören kriegen. Ich geb’ Dir sogar DB-Rabatt: das Fenster bleibt offen.»

«Du bist total verrückt»
,
wiederholt sie, aber ich rede noch zwei Minuten energisch auf sie ein, gehe dann raus, leere die Flasche und rauche drei Zigaretten, zwischen denen ich
«Lauter, Svet, verdammt! Sing für mich, Königin der Nacht!»

rufe.

«Und jetzt?»

Ich meine, ein zartes Stöhnen zu hören, gut möglich aber auch, dass irgend ein auszurottendes, balzwilliges rurales Getier aus seinem Loch gekrochen ist.

Kurz darauf kommt sie zurück. Im Bademantel. Mit leicht geröteten Wangen.

«Ich kann das nicht.»
«Na, war doch gar nicht so schlecht. Für den Anfang.»

«Jetzt Du.»
Trotziger Blick.

Ich parkiere mein Glas auf dem Tisch, stöckle ins Haus und schliesse Tür. Und das Fenster. Natürlich hab ich kein Equipment dabei (geht ohne, wenn auch weit weniger lustig, das Piercing als minimaler Fix-Pimp) und in ihren Schubladen lässt sich (natürlich) auch nichts finden.

Als ich zurückkomme, sitzt Svet aufrecht und mit hellroten Flecken am kafirahmhellen Dekolleté am Tisch.

«Das war ziemlich…»
«…gut.»
«Laut. Ziemlich… laut.»

Ich zucke die Schulter.
«Und da sind zwei Spaziergänger … vorbeigekommen.»
«Na und? Was hast Du gemacht?»


«Gewunken.»

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Jetzt kommt’s aber.

Blog 62, 3. Dezember 2009

«This one time, at band camp.»
Jemand an American Pie vorbeigekommen? Jemand das vaginanaloge Apfelkuchenexperiment («Guys, uh, what exactly does third base feel like?») hinter heimischen Küchentüren nachgestochen? Essen bereitet Freude, Spielen ebenso, und drum lässt sich mit Essen so schön spielen.

Erinnerungswürdig auch die Dreierregel: Weibs-Fakten gehören mal drei multipliziert, Buben-Blabla kann um den selben Faktor dividiert werden.

Letzteres wird so im Raum stehen gelassen. Hingegen habe ich festgestellt, dass den Mädchen beim Sex-Talk ebensowenig zu trauen ist. Im Gegenteil gilt die Faustregel: Je grösser die Klappe, desto weniger klappt‘s.

Die daneben, die schweigen wie eingewinterte Landschildkröten und von denen man sicher ist, dass sie

a) kein Sexleben haben und
(falls doch),
b) garantiert nur Missionarsstellung praktizieren,

sind letztlich die grossen Happy-go-easy-Kommerinnen.

Zu den möglichen physiologischen Hintergründen des Versagens der Poserinnen habe ich bei einer Zürcher Sextherapieinstitutsklinik etwas Reizvolles gefunden.

Die guten News zuerst, meine lieben Frigid-Chicks: Die Himmelspforten stehen (theoretisch) auch Euch offen! Ihr Anorgastinnen könnt durchaus zu Königinnen der Lüste metamorphosieren.

Ohne Ausholen geht es leider nicht:

Die Lust, zu Poppen, oder, akademischer ausgedrückt, «Der Wunsch, Genitalität [sic!] mit dem Erleben von Intimität zu verbinden», basiert bei Männlein und Weiblein letztlich auf dem «Erregungsreflex.» Der wiederum basiert auf einer Kombination von vegetativem Nervensystemezugs (so wie Schwellkörper-Schwellen) und Muskeltonus.

Auf einen einfachen Nenner gebracht: Die, die’s nicht hinkriegen, haben entweder zu wenig Power oder sind, im Gegenteil, viel zu verkrampft. (Gilt übrigens auch für die Männer.)

Und hier liegt auch die Sau begraben: «50% [!] aller sexuellen Probleme stehen in direktem kausalen Zusammenhang mit der Erregungsfunktion».

Hausaufgabenmachen könnte sich also ausnahmsweise lohnen.

Schulbuchmässiger Start durch Analyse des Ist-Zustandes. Nur heisst es hier statt «Bist Du eher der Teint Sable oder der Smokey-Eyes-Typ» sinnigerweise: «Bist Du eher der archaische oder der ondulierende Erregungsmodus-Typ?»

Und wird das abgelesen? An der eigenen Wichsmethode.

Der ‹Archaische Typist eine Art Bewegungsautist. Er stimuliert nur seine tief liegenden Sex-Rezeptoren, und zwar durch «intensives Drücken und Pressen.» Also fast wie Gebären. Nur anders.

Frauen tun ‹es› mittels Pressen der Schenkel (auch gerne mit Kissen, Teddybär etc.), durch kräftiges Anspannen des Beckenbodens [Liebeskugeln-Flashback!] oder indem sie ihre ‹Genitalien› an eine Unterlage quetschen. Zu den bevorzugten Objekten können hier Sofaarmlehne, Bettkante, Badewannenrand und Konsorten gezählt werden.

Jungs daneben klemmen sich das Schnäbi zwischen die Beine, drücken es mit der Hand oder dem Körpergewicht gegen eine Unterlage und pressen mit drei Fingern feste die Eichel zusammen. [Autsch.]

Dabei ist der ganze Körper angespannt, die Atmung geht flach und es dominieren Ruckzuckbewegungen. So kommt der Archaische Typ zwar zack-zack! – aber vor allem mit sich allein.

Mechaniker daneben sind primär männlich und stimulieren ihre oberflächlich liegenden Sexnerven. Auch sie stehen auf raschen Rhythmus bei maximal verkrampftem Körper.
Sie werden je spitzer, desto bewegungsunfähiger. [Flachwichser?]

Die meisten kommen nur, wenn sie ein ganz präzises Ritual befolgen. Bei der kleinsten Störung ist fertig lustig (und  dann muss das blöde Filmli mit dieser bleichen Schlampe mit den geringelten Kniesocken nochmals von vorne angeguckt werden).

Niemanden erstaunt, dass die Mechaniker mit ihrem Hoppelgebumse bei uns Frauen total verpönt sind. (Zitat Simone: «Mann, hast du’s endlich? Dr. House beginnt in zwei Minuten. Und ich will noch ein Stück Cheesecake.»)

Drittens: die Mischtypen aus den obigen Gruppen. Sie operieren mit Dusche, Vibrator oder Kissenficken. Dabei stimulieren sie immerhin die oberflächlichen und die tiefer liegenden Rezeptoren. Aber auch ihnen fehlt’s an der nötigen Lockerheit.

Näher am freien Fall ist der ‹Ondulierende Typ›, der nicht nur an den neuralgischen Stellen, sondern im ganzen Körper spitz wird. Hier sind wir Girls die Discoqueens.

Letztlich doch nicht zum Orgasmus reichte es aber meist, weil die Müskelchen zu lasch sind und die frei floatende Energie drum nicht ‹auf den Punkt› kanalisiert werden kann.

(Ich wette, die Rudolf Steiner-Schüler masturbieren sich durch diese Kategorie. Und Englischwalzer-Tänzer.)

Kaiserkünstler ist der ‹Wellenförmigen Erregungsmodus-Typ›. Er verfügt über den nötigen Power. Und den Trick mit dem total unsexy Namen doppelte Schaukel›.

Dabei werden – wie beim Husten, Lachen Schluchzen [sic!] das Becken und die Schultern «gleichzeitig in der Körperachse bewegt».

Die untere Schaukel› (Beckenbewegung) intensiviert die sexuelle Erregung und die obere Schaukel› (Bewegungen des Oberkörpers) die Gefühlempfindungen.

So kann eine magische Diffusion› von unten nach oben stattfinden, die von oben nach unten rückkanalisiert werden muss.

Und dann macht’s BOOOOOOOOOOOOOOMMMMMMMMMJA.

Voll easy, oder?

Sich in den Mund spucken lassen, um einen Keuchhusten aufzulesen, oder ein Tanzkürsli buchen, um das Ondulieren zu üben, ist sicher ein grandioser Anfang.

Ein paar Pilates-Stunden für die perfekte Bauchatmung könnten auch nicht schaden.
Die zahlt womöglich sogar die Zusatzversicherung.

Ich stelle mir das in der Praxis so vor:

«Ja Baby, gib’s mir! Come-on, Schaukeln-schaukeln-schaukeln!»
«Warte, ich muss noch diffundieren!»
«Jaja, diffundieren, diffundieren!»
«Und rückkoppeln!»
«Genau, ich kopuliere, äh kopple!»
«Ich komme!»
«Es schaukelt! Mir wird schwindlig! Mir ist schlecht!»
«Ich kommeeeeee!»
«Und ich kotzeeeeee!»

* * * * * *

Wer drum findet, er pfeife auf La Petite Mort und mechanisiere lieber archaisch für sich alleine mit sich her und täusche den Rest vor oder hoffe, er sei wenigstens rasch vorbei: Just go for it.

Und wer lieber üben will, melde sich bei mir.

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High Flight with Harry Potter.

Wenn vier Singlefrauen um die dreissig sechzehn Tage lang von einer griechischen Insel zur nächsten tänzeln, hinterlassen sie primär Tausende Kaugummipapierchen und Zigarettenstummel, leere Gläser, Flaschen und Watterondellen, aber auch Slips und Schmuckstücke, blondierte Haarsträhnen in nonexistenten Siphons, Flip-Flop-Abdrücke und tiefe Löcher in den paillettenbesetzten und gehäkelten Portemonnaies. Zeugen singen zudem Liedchen von ouzoaufgeweichten Lachanfällen, Markigem mit minimalem cerebralem Einsatz, fragwürdigen Anmach- und Abschleppereien, Streitigkeiten um Nichtigkeiten infolge prä- oder postmenstrueller Syndromata etc..
Allein der umfassende kollektive Vergangenheitsbewältigungsversuch allein kann Wochen andauern, Adam Riese peilt 4 Mal rund 15 Jahre Geschlechtsreife über den Daumen und kollabiert ob der Möglichkeit von unendlich recycle- und repetierbarem Klatsch und Tratsch zu rund sechzig aktuellen und ehemaligen Erfahrungsberichten um das Gegengeschlecht. Nektar, Ambrosia und Fringe Benefit für mich: Materialvorrat für Wochen.

Aber eins nach dem Anderen. Eines schönen Morgens, resp. um etwa zwei Uhr, sitzen wir parlierend, einen Bellini in der Hand, die Füsse im Pool mit den ambitionierten Aqua-Gymnastik-Tussis, die klatschend in knalligen Bikinis vor dem brustpelzigen Animator Charis Papavernaschis um die Wette auf- und abhüpfen. (Randbemerkung: Auch nach Mykonos reisen nur Idioten.)
Kurzprofil: Von uns vieren liest Sugarbabe liebstens Gala, Stella mit besonderer Hingabe antiquierte Klassiker à la Anna Karenina ist tot, ich (mit der Nagelschere bewaffnet) alte Pornomagazine und Nummer vier Eso-Scheisse in Sonderhaufengrösse (Dein Seelenpartner sucht Dich! oder Dein Körper  liebt dich jetzt ganz besonders). In dieser eigentümlichen Interessenskumulation kommen wir auf Harry Potter zu sprechen, wohl infolge der Analogie von Charis’ Brust zu Dany Radcliffes intensiver Bauch- (und entsprechend vermuteter Scham-)Behaarung. Ich gestehe dieserstellig, dass ich seit 2004 unter den Passivmembern der NGG (Nickelbrillen-Groupie-Gesellschaft) figuriere. Ich zeichne zudem für die Petition WFDIHP8EGW (Wir fordern dass in Harry Potter 8 endlich gevögelt wird) verantwortlich und warte mit Spannung auf das Feedback der Verlagsheinis zu den 472 eingesandten Unterschriftenbögen.

Stella und ich bespritzen grad unbemerkt die hochgesteckten Frisürchen der Poolschlampen. Als wir seufzend über Snapes SM-Kellerverlies schweben, schaltet sich InStyle-Spice mitten in der Quiddich-Debatte ein.

„Nimbus 2000? Das ist ein Sextoy.“
„Nein Schätzchen, der Nimbus 2000 ist der beste Renn-Besen auf dem Planeten.“

Sugababe bleibt bei ihrer Behauptung und verwettet vier Vodka-Lemon gegen Stella.
Der Task bleibt ungeklärt. Zuhause mach ich mich an die Recherche, einen Solidaritätsdrink hab ich proaktiv zum Verschwinden gebracht, Simsalabim, ganz einfach war das.

Schnell komm ich der Sache auf die Spur. Spiegel.de deckt Ungutes auf. Mit seinem zinnorganischen Verbindungen und chlorierten Kunststoffen sei der Spielzeug-Zauberbesen Nimbus 2000 eine echte Schadstoffbombe. Aha! Schlechte Noten verteilte auch der Spiel-gut-Ausschuss, der den pädagogischen Wert der Fanartikel beurteilte. Harry Potter sei ursprünglich nicht dafür gedacht worden, „für was er jetzt missbraucht wird.“
Oha jetzt kommt’s aber knüppeldick.
„Nämlich den Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen.“

Hmm. Sieg für Gala-Spice? Simsalabim Nummer zwei für mich.

Expecto Patronum!

… Und da ist HP nicht mehr schwerelos geniessbar. Das Empire Rowling hat seinen Heiligenschein verloren. Der Nimbus 2000 outet sich als Highflyer. Der etwas anderen Art.

„Harry Potter broom Harry Potter broom sweeps Britain“, titelt eine zweifelhafte Website.
Dabei wollte Mattel mit dem Nimbus 2000 Vibrating Action Broom mit seinem Swooshing-through-the-Air-Sound doch nur die (uneigennützigen) Eltern der (anständigen) kleinen HP-Fans in die Spielzeugabteilung locken.
Das Ding kann die Schwerkraft nicht aufheben. Egal. Es kann viel mehr! Ungeahnt sind die Steighöhen. Dank geringer Falltiefe landet frau vorzugsweise zuckend auf dem Rücken, die Beine um den … Zauberstab geschlungen.

Autsch. Das gute Ding verfügt über einen 63 Zoll-Stock, Buchenholz massiv, von tamilischen Heimatwerks-Schnitzexperten mit Hingabe und Liebe gefertigt. Ride a Tsunami!
Stundenlang können sich ordentliche Töchter, Mütter und Grossmütter mit diesem Putzwerkzeug vergnügen. Eine Vierzehnjährige klagt, dass ihr Besen immer klebrig ist. Nachdem ihre Mama ihr Schlafzimmer aufgeräumt hat. Und dann sind auch alle Borsten steif! Hart ist es, das Leben, wahrlich. Bleibt nur Flucht nach vorn. Zum Beispiel nach Mykonos.
Oder direkt in den Himmel. Mit dem Nimbus 2000. Das Ding muss ich haben. Harry, ich Ähm, komme!

Leider, erfahre ich, hat’s das satanische Spielstück nicht lang gemacht. Die Sittenwächter sind nach Produktionsstopp ins Nirwana entschwunden. Die letzten Nimben zwischen den Schenkeln. Vibrantissimo.
Dagegen hilft der 1-2-3-Second-Hand-Dabei. Zwei 2000 sind aktuell gelistet. 19.99 und 15 USD haben sie (während der Rezession) noch an materiellem Wert.

„These brooms were banned from the shelf because people were using them for other purposes then what was intended.“
Meiner ist aber in tiptoppem Zustand, er kommt „from a non smoking environment!!“ [sic!]. Er ist zwar nicht ganz neu, aber in tipptoppem Zustand und, besonders wichtig: „i have tested it and it works.“ Egal, dass die drei benötigten Batterien nicht dabei sind, weil sie sie grad noch runtergeholt hat.
Tic –Tac zick-zack-zück die Mastercard.

Drei – Zwei – Eins! … mei..

Verdammte Scheisse, jetzt hat mein Meerschweinchen gerade ein Kondom gefressen.

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Inho und der kleine Mann

Shannon hat mir erzählt, dass ihr Sohn Moritz, mein Patenkind, mit Dauermasturbieren angefangen habe. An sich bei Männern nichts Aussergewöhnliches. Nur ist petit Maurice gerade mal drei Jahre alt.
Ohne dieses relevante Vorwissen hab ich Shannon eines schönen Singlesamstagnachmittags einen Besuch abgestattet. Mitten im friedlichen Zopfteigtierchenbasteln ist der Kleine plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Nichts ahnend mach ich mich auf die Suche und finde ihn im Bettchen liegend, die Hand zwischen den Beinen, angestrengt hin- und her rutschend, die grossen Locken im Nacken schweissgekräuselt. Wortlos grossäugig steh ich vor Shannon, den Daumen gen Kinderzimmer, die neue Löwenhöhle, gerichtet. „Alles im grünen Bereich“, beruhigt sie mich, der niedliche Kinderarzt habe zugesichert, dass das zur aktuellen Entwicklungsphase gehöre. Lustig findet sie’s ja auch nicht, aber solang er nicht ihre – und, Bittschön!, meine – Hosenbeine missbraucht, lässt sie ihn gewähren. Etwa zwanzig Minuten später, mein Gott ist der ausdauernd, steht der transpirierende Moritz in der Küche und gräbt die schuldhaften Fingerchen in einen Teighaufen.
Ich setz meinen Scheinigenheil auf.
„Wo warst Du denn?“
„Im Zimmer.“
„Und was hast Du im Zimmer gemacht, hmm?“
Mal schauen wann sie lernen, zu lügen.
„Schnäbi reiben.“
So so.
„Und das ist gut?“
Das war eine blöde Idee von mir, denn jetzt ist er in den Demonstrationsmodus gefallen. Auf dem Sofa. Shannon, leicht entnervt, schickt ihn weg. Stracks verschwindet er im Schlafzimmer. Wenn Shannon hundertfache Tode sterben sollte, will ich dieses Kind nicht in meinem Haushalt haben.

Am Abend betrinke ich mich ganz furchtbar. Frühmorgens werde ich angechattet. Ein Bürschchen, gerade den Teeniejahren entwachsen und, gleich mir, um halb vier Uhr nachtaktiv und hormonell, wenn auch nicht, ungleich mir, promillemässig, gut dotiert, aktiv.
Schnuckliges Geschöpf, dunkelblond und hellblauäugig, der Körper, sagt sein Strandfoto, an der Schwelle zum Mannwerden, was unmittelbar Retro-Gefühle bei mir auslöst; zu seinen Gunsten. Hardcore frech, das Gemüse. Ein ‚Tschütteler’. Dass er noch Reifezeit braucht, scheint ihm bewusst, sein Alias endet auf -inho.
Let’s get down to business.
„und bist du denn wild und laut beim sex baby hmm??? ich mags wenn eine geil reitet uhhhh.“
Au Mannkind, wenn schon ohne Contenance, dann bittschön zumindest mit Elegance.
„haha will doch nur bissel reden weil bin so spitz süsse und massiere mich grad ;-)…“

So geht das noch ein wenig weiterinho, es gelingt ihm gar, mich ins Skype-Hype-Happyland zu locken, wo er seine Webcam aktiviert.
Ich: „Geht nicht. Kaputtbenutzt.“
Dabei will ich nur mein von Chesterfield und Champagner gezeichnetes Gesicht nicht präsentieren, Alter macht eben doch eitel. Er schluckt. Auch das.

Als ich von der Toilette zurückkomme, das im Glas sprudelnde Alka Seltzer balancierend, liegt Adonis in günstigen Boxershorts in blauer Bettwäsche. 320 x 240 Pixel gross.
„Bettzeit, Inho?“
Das Kind ist offensichtlich auch grad in einer Entwicklungsphase. Alles im grünen Bereich, man muss sie gewähren lassen. Sonst drohen Traumata und sie enden als verwahrte Triebtäter. Seufz.
„Hey turnt dich das an?“
Wahnsinn, Billy, ich mach mir gleich in die Hose.
A propos. Moritz blieb (noch) brav im Cordhöschen stecken. Inho aber lässt grad die Hüllen fallen… und sieht plötzlich gar nicht mehr so blut- ähm jung aus, damn, klein Moritz mit den vier Zentimetern ist vergessen und ein gutes Stück nüchterner rücke ich näher an den Bildschirm.
So spannend ist’s denn leider auch nicht. Zu oft gesehen, was hier reibt und früher rutschte. Inho wird flüsterleise, die Eltern im Nebenzimmer in der Nachtruhe.
„Zeig mal dein Gesicht, dein Schwanz interessiert mich eigentlich nicht.“
Er rückt vor seine Webcam und beschämt mich mit seinen zwanzig Jahren und seinem verlegenen Blick, aus ist’s mit der Koketterie, die Linse eben doch das Tor zur Seele.
OK, ich erlöse dich.
Schon ist er wieder hochgerutscht und weiter geht’s, meine verbale Unterstützung ist gefragt, ich lalle etwas vor mich hin und dann ist auch schon Showdown.

Telefon mit Shannon. Du bei Moritz, sag mal, da kommt nichts, ähm, raus, oder?
Ich will ja weder heiraten noch Kinder werfen, aber allenfalls müssen meine frisch verliebten und Solo-Freundinnen vor ungeahnten Gefahren bewahrt werden.
Aber es sei ‚nur’ der Schwellkörper, der so verdammt früh aktiviert werde, igittigitt, das reicht mir schon.
Inho der Nimmersatt?
„hatte es dir gefallen gestern ;)?? warst ja noch lange online 5 uhr hmm.“

Plötzlich schiebt sich Moritz’ heller Schopf über Inhos Gesicht, mir wird ein wenig schwindlig und ich falle vorwärts in die Vergangenheit.

Sing und schwing das Bein,
lass die Sorgen Sorgen sein,
schaltet wieder ein,
zum nächsten Fraggle-Spass.

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